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:: Meilensteine der Photographie ::

Von analog bis digital
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Von analog bis digital

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400 vor Christi sahen chinesische Gelehrte das erste nicht von Menschenhand gemalte Bild als sie entdeckten, dass durch eine winzige Öffnung in einem dunklen Raum die Außenwelt auf der dieser Öffnung gegenüber liegenden Wand abgebildet wurde.

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Der Italiener Leonardo da Vinci (1452-1519) hat die Camera obscura im Prinzip erstmalig ausführlich beschrieben. Es existieren entsprechende Zeichnungen von ihm. Ob er mit der Camera Obscura experimentierte ist nicht überliefert.

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Giovanni Battista della Porta experimentierte 1553 nachweislich und führte die Camera Obscura vor.

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Girolano Cardona erwähnte 1554 die Linse erstmals zur Abbildung.

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Daniel Barbaro benutzte 1568 die Camera obscura erstmalig mit einer Bikonvex-Linse zum nachzeichnen.

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Johann Heinrich Schulze (1687-1744) ein Arzt in Halle entdeckte und verwendete 1727 die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze und erzeugte als erster Lichtbilder, die er jedoch nicht fixieren konnte. Ihm viel auf, dass sich Silbersalze in einer Flasche im Licht dunkel färbten, dort aber wo sich das Etikett befand, blieben sie hell.

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Carl Wilhelm Scheele veröffentlicht 1777 die erste Möglichkeit des fixierens eines Chlorsilberbildes, jedoch noch ohne ein Bild der Camera obscura.

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Humphrey Davy, Thomas Wedgewood und William Lewis, erzeugten um 1800 die ersten fotografischen Lichtbilder mit der Camera obscura, die jedoch wegen der geringen Lichtempfindlichkeit keine Bedeutung erlangten.

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Dem Österreicher Alois Sennefelder gelang 1833 in München erstmals der foto-chemische Steindruck.

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Joseph Niecephore Niepce (1765-1833) versucht seit 1814 bei Paris Kupferstiche mit Aspaltschichten durch Licht zu kopieren. Er stellte (vermutlich zwischen 1824 und 1827) die älteste erhaltene Heliographie mit einer Kamera erzeugt von 8 Stunden Belichtungszeit her. Der amerikanische Photohistoriker Gernsheim fand diese auf einem Dachboden bei London.

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Der Engländer John Frederick William Herschel hat 1819 das unterschwellig saure Natron als Fixiermittel entdeckt. Der ehrgeizige Mann schloss sich in sein Labor ein und wollte dieses nicht wieder verlassen, bevor er einen Erfolg vorweisen konnte. Sein Versuch 1064 brachte nach einigen Tagen den Durchbruch. Es war die einfache Möglichkeit Lichtbilder haltbar zu machen. Das Natriumthiosulfat fand auch später bei der Daguerreotypie Verwendung.

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Bereits 1827 vier Jahre vor der offiziellen Erfindung der Photographie, hatte der Engländer William Henry Fox Talbot das eigentlich moderne Verfahren der Photographie entdeckt. Er praktizierte Bilder nach dem Negativ-Positiv-Verfahren, indem er Halogensilber im Schreibpapier entstehen ließ, dies belichtete und anschließend nochmals auf Papier umkopierte. Dieses Verfahren wurde bis in die heutige Zeit stetig verbessert, bis die Digitalfotografie sich langsam durchsetzte.

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Im Jahre 1829 schlossen Niepce und Jaques Mande Daguerre (1787-1851) bei Paris einen Vertrag über eine Zusammenarbeit, um die Photographie auf verschiedenen Ebenen zu vervollkommnen. Bessere Kameras mit lichtstärkeren Objektiven und die Steigerung der Lichtempfindlichkeit der Aufnahme-Platten waren ihr Erfolg. Niepce starb jedoch ohne von seiner Arbeit zu profitieren.

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Daguerre veröffentlichte im Jahre 1839 vor der Akademie Francaise sein Verfahren. Er wollte es als Patent anmelden, jedoch erkannte der Staat die wichtige Erfindung und kaufte sie Daguerre gegen eine lebenslange Rente ab. Sein Aufnahmeverfahren, das nach ihm benannt wurde, hatte ca. 12 Jahre eine Bedeutung. Das Jahr 1839 gilt somit als Geburtsjahr der Fotografie. Danach verschwand es aus verschiedenen Gründen: Seitenverkehrt, zu teuer, zu toxisch in der Herstellung, keine Abzüge oder Vergrößerungen möglich.

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1840 gelang dem Wiener Professor Joseph Petzval die Steigerung der Lichtstärke des Objektives auf 1:3,7. Damit wurde um den Faktor 20 eine wesentlich kürzere Belichtungszeit möglich und Porträtaufnahmen konnten verwacklungsfrei gemacht werden.

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Eine „Objektive“ Geschichte: Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott ab 1846. Mit kompromisslosen Objektiven und revolutionären optischen Konstruktionen haben diese Herren Fotogeschichte geschrieben. Im Jahre 1846 eröffnet der dreißigjährige Mechaniker Carl Zeiss in Jena eine kleine Werkstatt und einen Laden. Innerhalb von wenigen Monaten entsteht ein Kundenkreis für Brillen, Ferngläser und Mikroskope. Es kommt Mitte der 1860er Jahre zu einer Zusammenarbeit mit dem Physikdozenten Ernst Abbe, welcher sprichwörtlich Qualitätswillen verfolgt und dadurch ein weltweites Ansehen erreicht. Dritter im Bunde auf dem Weg zu bahnbrechenden Objektiven ist der Glaschemiker Otto Schott. 1890 wird bei Zeiss die Abteilung für Photographie ins Leben gerufen. Man bedenke, im Jahre 1930 benötigt die Berechnung eines lichtstarken Objektives mit sieben Linsen für das Kleinbildformat sechs Mathematiker und das für 2 Jahre.

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Die Entwicklung der Trockenplatte 1871 geht auf den englischen Arzt Maddox zurück. Ab jetzt war es möglich Glasplatten industriell als konfektioniertes Aufnahmematerial in verschiedenen internationalen Formater herzustellen.

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1873 gelang es dem deutschen Chemiker H.W. Vogel das bis dahin nur blauempfindliche Negativmaterial auch für gelbes und grünes Licht empfindlich zu machen. Wir sprechen über die Farbsensibilisierung entsprechend dem menschlichen Auge.

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1888 war der Einstieg in die Amateurfotografie. Der Amerikaner Georg Eastman brachte die erst Kamera für Rollfilm auf den Markt. Es war die Kodak Numbre one mit 100 Aufnahmen, einem Notizbuch und mit fest eingelegtem Film. Zur Entwicklung der Bilder wurde die gesamte Kamera an Eastman gesandt und man bekam diese mit neu eingelegten Film und den Bildern nach Hause zurück. Werbespruch: “ You press the button, we do the rest.“

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1907 wurde von dem Franzosen Lumiere in Paris Farbrasterplatten zum Verkauf hergestellt. Die Idee ging zurück auf die Experimente des Engländers Mäxwell von 1861 und die Erfahrung des Franzosen Ducas de Hauron von 1870. Alle drei versuchten auf unterschiedlichem Wege Farbfotos zu erstellen.

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1925 Leica Kleinbildfotografie

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1934 Robot Schnellschusskamera

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1936 Agfa Karat-Kassetenfilm

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1937 Minox Miniaturkamera

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1938 Kodak erste Belichtungs-Automatik

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1947 Dr. Edwin Land aus Amerika präsentiert das Sofortbild. Eine Kamera, die direkt nach der Belichtung das Bild verfügbar macht. Polaroid. Heerscharen von Künstlern und Studios zieht dieses Verfahren in Bann. Es wird ständig weiter entwickelt. In den 80er Jahren hatte das Unternehmen den Höhepunkt mit 15000 Beschäftigten. Im Jahre 2008 schloss das Unternehmen seine Tore mit der Herstellung des Materials. Schuld? Die Digitalfotografie!

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Am Dienstag dem 6. Oktober 2002 bekamen die drei Forscher Georg Smith, Willard Boyle und Charles Kao für ihre revolutionären Technologien den Nobelpreis von 1 Mio. Euro zugesprochen. Sie erfanden die Digitalfotografie, deren Grundlagen in den 60er Jahren gelegt wurden. Sie wurden somit fast 45 Jahre nach ihrer Erfindung geehrt.
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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung Archiv Bernd Renard

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::: Diese Datei wurde am 02.10.2014 erstellt und am 02.10.2014 zum letzten Mal aktualisiert :::