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:: Hof-Photograph Otto Renard Auszeichnungen ::

Womit hat Otto Renard seine Auszeichnungen erhalten? Zeitungsartikel über ihn, Reden über Ehrungen, ein Lebenslauf oder ander Quellen die Aufschluss geben könnten sind bisher nicht aufgefunden worden. Die noch lebenden Enkel und Urenkel können keine Erinnerungen haben. Die Kriege und die zahlreichen Umzüge haben vermutlich vieles für immer zunichte gemacht. Somit bleiben nur Vermutungen und Vergleiche seiner Arbeiten mit zeitgenössischen Kollegen. Was hat Otto Renard anders, besser oder eindrucksvoller gemacht als die Masse der Photographen? Werfen wir einen Blick auf die gefundenen Bilder in alten Familienalben. Ich glaube es ist eindeutig. Wir haben zwar nur eine geringe Auswahl an Bildern, die zum größten Teil Familienangehörige zeigen, aber sie sind vielfältig und lassen einen Vergleich zu.

Einen großen Teil seine Medaillen wird Otto durch Wettbewerbe, die damals wie heute in großer Zahl jährlich ausgeschrieben wurden erhalten haben. Es waren Photographenverbände, die Industrie oder andere Institutionen, die diese Wettbewerbe ausgeschrieben haben. Hiermit stand Werbung für die Initiatoren oftmals im Fordergrund. Der gewünschte Nebeneffekt war, dass die Teilnehmer sich mit diesen Auszeichnungen profilieren konnten. Meisten präsentierten die Photographen die Medaillen auf den Rückseiten ihrer Bilder, stolz als Beweis ihrer Qualität. Ottos Bildrückseiten sind ein Beweis dafür, die Blütezeit war sicher die Moskauer Tätigkeit.

CdV-Rückseite
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Auf der Rückseite der CdV sind 16 Medaillen zu sehen, davon 4 aus Moskau


Deutscher Schulverein - auf das 25 jährige Bestehen, Germane unterrichtet Knaben im Speerwerfen - Nur in der eigenen Kraft ruht das Schicksal der Nation Wappen. Hans v. Schäfer ca. 60mm

Medaille 25 Jahre deutscher Schulverein vorn
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Medaille vorn

Medaille 25 Jahre deutscher Schulverein hinten
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Medaille hinten


Deutscher Photographenverein München 1894

Medaille Deutscher Photographenverein München 1894 vorn
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Medaille vorn

Medaille Deutscher Photographenverein München 1894 hinten
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Medaille hinten


Ehrenpreis für vorzügliche Leistung in der Photographie Bremen 1907 Deutscher Photographenverein

Medaille Ehrenpreis für vorzügliche Leistung in der Photographie Bremen 1907 Deutscher Photographenverein vorn
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Medaille vorn

Medaille Ehrenpreis für vorzügliche Leistung in der Photographie Bremen 1907 Deutscher Photographenverein hinten
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Medaille hinten


25 jähr. Gedenktag der Kaiserproklamation 1871 - 1896

Medaille 25 jähr. Gedenktag der Kaiserproklamation 1871 - 1896 vorn
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Medaille vorn


Krönungsthaler 1861

Medaille Krönungsthaler 1861 vorn
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Medaille vorn

Medaille Krönungsthaler 1861 hinten
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Medaille hinten mit Preußens Wahlspruch SUUM CUIQUE: Jedem das Seine


Medaille/Auszeichnung Moskau? 1895
Von imperatorischer russischer technischer Gesellschaft
Mitte: Otto Renar St. Petersburg 1895

Medaille 1 unbekannt vorn
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Medaille vorn

Medaille 1 unbekannt hinten
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Medaille hinten


Medaille/Auszeichnung Moskau 1901

Medaille 2 unbekannt vorn
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Moskauer fotografische Gesellschaft für Kunsfotografie 1901

Medaille 2 unbekannt hinten
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Außen: Moskauer Gesellschaft für Kunstfotografie
Mitt: Moskau internationale Fotoausstellung 1908


Medaille/Auszeichnung Russland 1882

Medaille 3 unbekannt hinten
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Alexander der III Imperator Russlands

Medaille 3 unbekannt vorn
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Allgemeine russische Ausstellung 1882


Ottos Arbeiten waren modern bis avantgardistisch und handwerklich von ausgezeichneter Qualität. War es Kunst? Ich meine nein. Ich halte es vielmehr für gekonnte Photographie, gepaart mit Experimentierfreude, Liebe zum Beruf und das immer mit kommerziellem Hintergrund. Künstler in der Photographie waren oft wirtschaftlich nicht besonders erfolgreich. Viele blühten sogar im Verborgenem und ihre Arbeiten kamen erst nach ihrem Tod an´s Tageslicht. Andere berümt gewordene Kollegen konnten sich mit ihren Arbeiten bestens verkaufen, obgleich die Bilder nichts besonderes waren. Anders bei Otte Renard. Er hatte zweifellos viele Jahre durch Auftragsphotographie großen Erfolg. Wirtschaftskrisen und Kriege bereiteten ihm und seinem Tun große Schwierigkeiten. Fehler im Managment und seine Unstetigkeit, seine sprichwörtliche Unruhe führten mehrfach zu finanziellen Engpässen in der Familie. Das ist typisch für diesen Beruf. Selten sind gute und hochkreative Photographen auch gute Kaufleute. Noch extremer war dieses bei seinem Vater Gregorius Renard zu sehen, von dem berichtet wird, dass er seine Bilder am liebsten verschenkte, hätte nich seine Frau ein Auge darauf geworfen.

Auf vielen Bildern fällt auf, dass die abgebildeten Personen miteinander kommunizieren. Sie scheinen sich miteinander auseinanderzusetzen. Sie erzählen eine Geschichte. Das war derzeit auf Bildern nicht üblich. Die meisten Photographen bildeten ihr Klientel wie eine Reproduktion eine Menschen ab. Man lächelte fast nie, schaute seriös in die Kamera und wollte aristokratisch wirken. Auch die Abblildungstechnik ist bei Otto vielfältig. Highkey, Lowkey (diese Begriffe gab es damals noch nicht), aufwendige Beleuchtung und diverse Tonungstechniken sind zu finden. Weiße, schwarze und verlaufende Hintergründe sogar ein Bild auf Porzellan und ein handcoloriertes Bild liegt vor. Bei den wenigen Bildern von ihm ist die Variationbreite groß. Es muss noch vieles von ihm geben, schlummernd in Alben fremder Menschen und Archiven. Halten wir die Augen offen, es lohnt sich...

Agnes und Arthur Renard zu Besuch bei Otto Renard
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Agnes und Arthur Renard zu Besuch bei Otto Renard.
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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung Archiv Bernd Renard.

Die Photographenfamilie Renard
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::: Diese Datei wurde am 03.10.2014 erstellt und am 03.10.2014 zum letzten Mal aktualisiert :::