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:: Schüler der Talschule 1916 in Bockum-Hövel ::

Klassenlehrer und Schüler unbekannt. Der 6. von rechts (Holzschuhkinder) ist Hermann Wienecke.

Schüler 1916

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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung Rita Kreienfeld aus: "In die Schule geh´ ich gern...".


1914 werden sechs dringend benötigte Klassenräume an die Schule angebaut, können aber wegen des Lehrermangels nicht während des Krieges, sondern erst 1920 bezogen werden. Die Schülerzahlen steigen in der ganzen Kriegszeit laufend an. Der Kreisschulinspektor notiert 1917: "Die ev. Schule in Hövel hat 12 Klassen mit weit über 700 Schülern. Diese werden nur von sieben Lehrkräften unterrichtet.[...] Die große Arbeitslast übersteigt das Vermögen der Lehrpersonen, unter denen nur eine männliche ist. Die Eltern haben in überwiegender Anzahl für die Schularbeit wenig Sinn und Neigung, verhielten sich teilweise sogar feindlich und roh. Unter diesen Verhältnissen leidet die Schule sowohl unterrichtlich als auch erziehlich außerordentlich."
An der Lehrerkonferenz vom 28.06.1917 nehmen die sechs Lehrerinnen Jacubzig, Matthes, Nienhaus, Tübel, Fehse, Schmidt und der Vorsitzende Lehrer Benfer teil.

Die Kinder sollen in den Jahren von 1914-1918 nicht so sehr schreiben und rechnen lernen, sondern das Überleben. Das Jahr 1917 ist das schlimmste Hungerjahr in der Geschichte Deutschlands, der Winter geht als "Steckrübenwinter" in die Geschichte ein, weil es außer Steckrüben kaum etwas zu essen gibt. In den Protokollen der Kriegsjahre beklagen sich die Lehrerinnen immer wieder über die Verwahrlosung der Jugend, das häufige unentschuldigte Fehlen und Zuspätkommen. Sie führen diese Zustände auf den häufigen Unterrichtsausfall und die ständigen Vertretungsstunden zurück.
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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung Rita Kreienfeld aus: "In die Schule geh´ ich gern...".

:: Quäkerspeisung 1922 ::

Quäkerspeisung

Während der zwanziger Jahre geht es den Menschen in Bockum-Hövel sehr, sehr schlecht. Fotos der Schulkinder zeigen die Kinder mit Holzschuhen, schlecht gekleidet und unterernährt. Die Bevölkerung ist völlig abhängig von dem einzigen Arbeitgeber am Ort, der Zeche Radbod.

1921 setzt die Quäkerspeisung ein. Jetzt messen die amerikanischen Ärzte die Kinder selbst und stellen nun eine wesentlich weiter verbreitete Unterernährung fest, als es die Schulärzte kurz zuvon noch diagnostizierten. 44% der Kinder sind unterernährt. Ein Jahr lang bekommen 120 Kinder jeweils morgens um 10 Uhr die Quäkerspeise.
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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung Rita Kreienfeld aus: "In die Schule geh´ ich gern...".



Hier werden die Schüler die 1916, 1927, 1937, 1944, 1945, 1947, 1949, 1951, 1953, 1955, 1956, 1957, 1958, 1959 und 1960 eingeschult wurden gezeigt.



Besten Dank allen, die geholfen haben!!!



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::: Diese Datei wurde am 21.04.2015 erstellt und am 23.04.2015 zum letzten Mal aktualisiert :::