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:: Zufall oder wie die Seite Musikfreunde entstand ::

Ein Haufen BilderDer Anfang waren eine Hand voll alter Fotos, die auf einem Flohmarkt erworben wurden. Sie wurden von mir gesichtet und dabei stellte ich fest, dass sehr viele aus Magdeburg stammten und das einige Widmungen auf den Rückseiten zu finden waren.

Auf zwei Fotos fand sich die Unterschrift von Hans Graff und auf drei anderen wurden die Bilder dem Studien-Kollegen Hans Graff gewidmet. Also Rechner an und nach Hans Graff in Magdeburg suchen - nun ja, es gibt einige Hans Graff´s - leider scheinbar nicht die Richtigen. Gut - neuer Versuch, probieren wir einmal Franz Hanika. Treffer - Franz Hanika: Kontrabassist; geb. 26. 6. 1868 Poschütz in Böhmen, gest. ? Hanika studierte am Konservatorium der Musik in Leipzig und war ab 1898 Kontrabassist in der Meininger Hofkapelle, wurde 1917 zum Kammermusikus ernannt.
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QUELLE: Landesbibliothek Coburg, Manuskript PM I/65: Christian Mühlfeld: Musiker-Buch des Herzogtums Sachsen-Meiningen.

Also, geht doch, das ist ein erster Hinweis, also wir suchen Musiker. Wo aber weiterforschen? Probieren wir also Otto Boesche. Wieder ein Treffer, Otto Boesche war von 1913 - 1920 Chorleiter in Helmstedt. Leider hat der Chor kein Interesse an den Daten und Fotos - - sehr seltsam?!
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QUELLE: http://www.mgv-liederkreis-helmstedt.de/html/chronik.HTM

Also, dann frage ich doch beim Konservatorium der Musik in Leipzig an und ich habe Glück, eine sehr freundliche Dame schaut sofort in ihren, leider noch nicht veröffentlichten digitalen Unterlagen nach und findet alle drei Personen - KLASSE! Sie bekommt also von mir die zwei Fotos von Franz Hanika und Otto Boesche für die Bibliothek und ich bekomme die Inkriptionen und Zeugnisse der drei. Leider fehlt noch ein Foto von Hans Graff. Ich krame also noch einmal alle Fotos heraus und betrachte sie genauer.

Agnes Graff Agnes Graff

Dieses Bild war schon im Papierkorb - gut, ich habe ihn noch nicht geleert! Das Foto war eingeklebt, hat also einiges Papier und Kleber auf der Rückseite. Vorsichtig, ganz vorsichtig wird das Papier auf der Rückseite angefeuchtet und mit einem Scalpell abgeschabt. Nach 15 Minuten "Arbeit" zeigt sich der vollständige Name. Es ist Agnes Graff, nun war es fast leicht, die entsprechenden Fotos zuzuordnen. Nun weiss ich wie sie aussieht und schaue mir alle Foto genau an. Ich habe schon einige Fotos von ihr - nur habe ich nicht gewusst, dass sie die Frau von Hans Graff ist.

Agnes Graff in der Photographensammlung Paulsen Magdeburg
Agnes Graff in der Photographensammlung Langhammer Magdeburg
Agnes Graff in der Photographensammlung Samson Magdeburg

Nun finde ich diese Widmung auf einem der Fotos. Hans und Agnes, das können nur die Eheleute Graff sein, und die Dame auf dem Foto ist eindeutig die, die oben auf dem Foto als Agnes Graff bezeichnet ist. Nun weis ich also auch wie Hans Graff aussieht.
Agnes und Hans Graff Agnes und Hans Graff

Hans GraffEr ist schnell gefunden, ich habe also schon ein Foto von ihm.
Hans Graff in der Photographensammlung
Da die Fotos auf 1905 und 1915 datiert sind, hat das Ehepaar also zu dieser Zeit in Magdeburg gelebt, aber was hat der studierte Musiker Hans Graff dort gemacht? Ich rufe also auf gut Glück beim Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung an und finde bei Herrn Ralph-Jürgen Reipsch einen interessierten Gesprächspartner. Ich erzähle ihm die Geschichte der Bilder und frage, ob er mir weitere Infos über Hans Graff geben kann. Er verspricht mir, das er in Hesses Musiker-Kalender nachlesen wird ob sich dort Daten finden. Und nach einer halben Stunde bekomme ich eine Mail mit folgender Nachricht:
Hans Graff hat noch 1931 in Magdeburg (Magdeburg-Neustadt, Ackerstr. 8) als Musiklehrer (Klavier und Violine) gelebt.

Also wieder einen Puzzelstein gefunden!

Pastor Stage Widmung von Hans GraffWeitere Fragen bleiben - wieso hat Herr Stage, ein berliner Pastor Hans Graff am 06. September 1889 konfirmiert? War dieser Pastor auch in Magdeburg tätig oder ist Hans Graff in Berlin zur Schule gegangen?
Weiter Infos zu Pastor Stage
Weiter Infos zu Pastor Stage

Pastor Carl Wilhelm Albert Stage wohnte in der Blücherstraße 13,
hier hatten die Photographen Stróm & Walter ihr Atelier.

So wird also aus Zufallsfunden und vielen weiteren Zufällen eine kleine Geschichte, die einige Menschen aus der Vergangenheit hier wieder zusammenbringt.
Ich möchte hier allen Menschen danken, die bei dieser "Geschichte" mit Daten geholfen haben.

Hier finden Sie die Daten zu dieser Geschichte
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